Netzwerkkarte

Die Netzwerkkarte ist ein diagnostisches Instrument, welches relativ einfach die soziale Umgebung einer Person visuell darstellt. Vorteil der Netzwerkkarte ist, dass sie leicht zu interpretieren und gut für kooperative Diagnostik ist.

Die Ankerperson steht dabei im Zentrum. Die einzelnen Personen werden dann als Punkte im Feld aufgezeichnet - je näher der Knoten bei der Ankerperson ist, desto intensiver ist die Beziehung. Zwei Personen, die eine Beziehung zueinander haben, werden mit einer Linie verbunden – so entsteht mit der Zeit das Netzwerk.

Dieser Einführungstext ist der easy NWK Version 1.4.3 entnommen mit der auch die folgenden Netzwerkkarten erstellt wurden. Sie finden den kostenlosen Download unter www.easynwk.com


Netzwerkkarte von M2 zu Beginn der Beratung

Die Ankerperson, M2, verfügt über keine Kontakte in den Clustern, Beruf und Freunde. Im Cluster Familie besitzt die Ankerperson drei Kontakte, den Kontakt zu seiner Schwester kann man als multiplexe Beziehung bezeichnen, da sie mehrere Funktionen erfüllt. Sie dient dem Klienten als Ansprechpartner, durch den er Kontakt zur restlichen Familie hält und hilft auch in finanziellen Notlagen aus. Die Kontakte zu seiner Tochter und deren Mutter gestalten sich sehr sporadisch, die Mutter tritt im Netzwerk nur auf, weil sie mit der Tochter zusammen wohnt und dadurch auch den selben Telefonanschluss besitzt und er deshalb mit ihr spricht. Das Cluster professionelle Hilfe weist drei Kontaktpunkte auf, die BS als jüngsten Kontakt,

den Hausarzt als notwendigen aber trotzdem seltenen und als wichtigsten das Krankenhaus. Das Krankenhaus in dem die Ankerperson letztes Jahr über 150 Tage verbrachte, stellt ein eigenes soziales Gefüge im Leben des Klienten dar. Er findet hier soziale Kontakte unter den Patienten, wie auch dem Personal. Gleichzeitig stellt das Krankenhaus noch das professionelle Helfersystem des Klienten. Die Erstellung einer Netzwerkkarte von M2 im System Krankenhaus könnte Gründe für die stattgefunden Hospitalisierung aufzeigen.



Netzwerkkarte von M2 nach erfolgter Intervention


Die weitere Netzwerkkarte zeigt die Veränderung im Umfeld von M2 nach einer erfolgten Intervention auf. Das gleiche Datum auf den Karten begründet sich mit der Tatsache, das es mittlerweile eine Software zur Erstellung gibt, welche im Hintergrund die Analyse vollzieht und wir dahingehend die Netzwerkkarten der Klienten in die digitale Form umgewandelt haben. Die beiden Netzwerkkarten zeigen einen deutlichen Unterschied zwischen einander auf und sind im Abstand von knapp acht Wochen entstanden.

Die Netzwerkkarte II zeigt sie Situation des Klienten, nach dem er durch die Intervention der Beratungsstelle, wieder einer Beschäftigung nachgeht. Seine Familie wird nicht mehr nur durch den Kontakt zu einer Schwester repräsentiert, sondern er nimmt nun auch Kontakt zu seinem Vater und der zweiten Schwester auf. Im Cluster „Freunde“ tauchen zwei ehemalige Arbeitskollegen auf mit denen er telefoniert. M2 war in dieser Zeit nicht mehr im Krankenhaus, hat jedoch einmal dort angerufen und auch immer noch eine starke emotionale Beziehung dazu, sodass der Punkt „Krankenhaus“ immer noch seine Berechtigung im Cluster Professionelle hat. Beide Netzwerkkarten zeigen sehr geringe Dichten von ca 0,1 auf. Der Anstieg der

Kontakte in der zweiten Netzwerkkarte zeigt auch den geringen Selbstwert des Klienten, erst als er wieder einer Beschäftigung nachgeht vermehrt er den Kontakt zu seiner Umwelt. Die Netzwerkkarten zeigten dem begleitenden Team jedoch auch noch eine Menge an Interventionsmöglichkeiten. So ist das Netzwerk der Professionellen durch den Hausarzt und Neurologen zu erweitern, der Cluster Familie kann an die Beratungsstelle angeschlossen

werden und im Bereich „Freunde“ sollten Verbindungen zu erreichen sein.



Netzwerkkarte von W3



Analyse von W3